Das Phantasialand zur Corona Zeit

Das Beitragsbild gibt die Situation leider nicht wieder. Es war brechend voll. Aber eines nach dem anderen.

Am 5. Juli machten wir uns auf zu unserem (zumindest bisherigen) Lieblingspark, dem Phantasialand. Schon vor einigen Wochen waren wir (vor Sommerferienbeginn) dort und fanden es Vormittags von der Menge der Besucher her grenzwertig.

Doch was uns am 5. Juli erwarten sollte, hatten wir so nicht auf dem Schirm. Wir parkten auf dem Mystery-Parkplatz, direkt gegenüber dem Eingang und waren in wenigen Schritten im Park. Ungewöhnlich, zumal man viele Autos auf dem Parkplatz sah.

Als wir den Park betraten, wäre ich am liebsten direkt umgekehrt. Nicht, weil es regnete oder so, nein. Es war ein gigantischer Ansturm von Besuchern am Eingang Mystery, gegen 11:00 (klar, morgens/vormittags ist es voller, das ist klar). Dennoch waren dort extrem viele Besucher die leider alles andere als Interesse an Abständen oder Masken hatten (wobei letzteres noch eher klappte, dazu aber später mehr). In der Hoffnung, dass sich die Massen über den Park verteilen, gingen wir durch die Scanner in den Park. Dort sah es noch schlimmer aus. Hunderte von Menschen wuselten unkoordiniert durch den Weg Richtung Klugheim, am stillen Örtchen durfte man in einer Schlange stehen um sich zu erleichtern. Der Verdacht, dass hier viel zu viele Menschen unterwegs im Park sind, drängte sich auf. Abstände halten? Keine Chance! Masken? Ja, in unseren Gesichtern, aber in wenigen der anderen. Zugegeben, die schmalen Wege haben da keine Pflicht, weil es ja keine Wartebereiche oder Attraktionen sind.

Unsere erste Fahrt war die Geisterrikscha. Dort konnte man sehr gut die weißen Punkte am Boden sehen – ein Lob dafür! Im Wartebereich (ja, irre – wir konnten wirklich nicht direkt drauf-latschen) kam es zu den ersten Problemen, wenige Masken, keiner kontrollierte hier, Abstände? Ach was. Dazu, dass die meisten Besucher in der Attraktion die Masken absetzten oder unters Kinn zogen, muss ich wohl nichts sagen. Hier kann das Phantasialand wirklich nichts für, dennoch ist es einfach unangenehm.

Der Bereich um Colorado und Tikal war sehr verstopft, das gleiche Ergebnis wie in Klugheim, keine Masken vor der Nase, Abstände gleich null. Im Wartebereich zu Colorado habe ich dann die Gruppe hinter uns recht deutlich auf den nicht eingehaltenen Abstand hingewiesen, was mich, entschuldigung für den Ausdruck, natürlich zum „Arsch“ machte. Aber immerhin klappte dies – für 5 Minuten. In der Station wurde sehr auf die Maskenpflicht geachtet. Top! Dennoch saßen wir diesmal durchgehend im Zug, wo beim letzten Besuch noch immer mind. 1 Reihe freigelassen wurde.

Ich möchte jetzt wirklich nicht jedes Erlebnis (Chiapas, Taron, Black Mamba und Maus au Chocolat) aufzählen. In diesen Attraktionen bzw. Wartebereichen war es das gleiche Problem. Masken: halbherzig, unterm Kinn, aber die Mitarbeiter waren sehr bemüht auf die Pflicht hinzuweisen. Abstände waren mehr oder weniger egal – und das kann ich nicht verstehen. Als wir an River Quest vorbeiliefen, stand vor der Wartebereich ein Mitarbeiter und wies die Besucher deutlich darauf hin, dass sie bitte auch draußen nicht in der Warteschlange rauchen und die Maske tragen sollen, aber auf den fehlenden Abstand deutlich hinzuweisen wurde verzichtet. Ich meine, hey, dafür hat das Phantasialand doch überall die schicken Punkte auf den Boden geklebt?

Es waren viel zu viele Leute im Park. Die Regelkontrollen waren zu milde, was das Erlebnis das wir einst so liebten ziemlich zerstört hat. Es ist nicht meine Aufgabe andere Besucher auf irgendwas hinzuweisen, zumal manche da nicht so freundlich reagieren. Hier sollte vom Phantasialand mehr kommen, mehr Mitarbeiter die die Regeln durchsetzen oder eben auch mal eine Konsequenz ziehen. Idioten (Covidioten), die in der Schlange rauchen und natürlich keine Maske tragen und direkt hinter einem stehen (Stichwort: Nackenatmer) als gäbe es kein Corona sollten zumindest aus der Schlange entfernen, wenn nicht gar aus dem Park geworfen werden – meiner Meinung nach.

Resumé

Für unsere Familie war’s das nun aktuell. Wir werden das Phantasialand während (und vermutlich auch nach der Pandemie) meiden. Man hat sehr den Eindruck, dass viel zu viele (zahlende) Gäste in den Park gelassen wurden. Das Konzept für die „Club“-Mitglieder ist undurchsichtig, auf der Seite stehen andere Informationen (jeden Monat 1x rein mit Anmeldung bei gültigen Pass, an der Hotline erzählt man mir, dass dies auf 3 Monate begrenzt sei).

Es geht auch anders

Das es anders geht, zeigen andere Parks. Unsere Freunde waren kurz vor dem gemeinsamen Besuch um den es in diesem Beitrag geht im Europa Park und berichteten von deutlich entspannteren Tagen in Rust. Dort verzichtet der Park sogar freiwillig auf Besucher, statt 50.000 die von den Behörden genehmigt wurden, lässt der Park nur 20-30.000 rein. Im Phantasialand glaubt man aktuell eher nicht an irgendeine Beschränkung.

Selbst erlebt haben wir mehrfach die wirklich gut gemachten Corona-Regeln im Toverland (Sevenum) (die aus meiner Erfahrung bisher mit die besten sind). Neben Einbahnwegen steht hier wirklich alle paar Meter ein „Desefectie-Punt“ (also Desinfektionsmittelspender), die Wege sind mit breiten schwarz-gelben Streifen markiert. Generell ist es hier deutlich leerer gewesen (wenn es auch jetzt in den Ferien etwas voller wird), die Menschen achten mehr darauf, dass die Abstände eingehalten werden. Evtl. liegt es an der Mentalität der Gäste im Park, aber man fühlt sich nicht bedrängt und auch die Fahrgeschäfte werden mit Abständen befüllt (besonders bei Troy und Fenix). Dazu kommt aber noch ein separater Artikel 😉

Im Walibi Holland (Biddinghuizen) geht man einen anderen, aus meiner Sicht noch cleveren Weg. Dort gibt es einen Virtual Queue. Man muss hier ein Smartphone haben und eben auch verwenden. Man tippt auf die Attraktion, mit der man fahren möchte und der Countdown läuft herunter. Meldet sich die App, dann hat man 30 Minuten Zeit zur Attraktion zu gehen und sich in den echten Wartebereich anzustellen, der dann meiner Erfahrung nach zwar nicht leer, aber deutlich kürzer als bei normalen Wartebereichen der Attraktionen war (~10 Minuten für Goliath und ~10 Minuten bei Untamed, bei Lost Gravity konnte ich direkt einsteigen). Auch zu dem Besuch gibt es noch einen separaten Artikel.

Ich habe dem Phantasialand Auszüge aus dem Artikel in Briefform am 7. Juli per eMail geschickt. Bis heute (20. Juli), habe ich keine Antwort darauf erhalten. Sollte sich das ändern, ergänze ich den Beitrag.

Taron, Black Mamba, Chiapas, Colorado usw. sind wunderbare und tolle Bahnen, die ich wirklich gerne fahre. Doch die Gesundheit meiner Familie bei einem so schlechten Corona-Konzept werde ich nicht riskieren. Es kann aus meiner Sicht der Park teilweise etwas dafür, wären nicht so viele Gäste am gleichen Tag im Park, wäre das Risiko deutlich geringer. Aber die Routen durch den Park sind auch schlecht gewählt. Wenn man von Colorado in Richtung Tacana Burger/Restaurant geht (wo es übrigens keinen Chiapas-Burger mehr gibt!) geht, ist der Weg Richtung Klugheim versperrt, allerdings laufen sich an dieser Engstelle viele Leute direkt in die Arme. Hier wäre ein Einbahnweg definitiv sinnvoll. Wieso nicht einen Einbahnweg von China über Afrika nach Berlin führen? Und andersrum von Berlin und Mexiko zurück nach China?

Was ist das Resumé – für unsere Familie war’s das nun aktuell eh, denn wenn wir nun keinen Eintritt mehr „geschenkt“ bekommen, kommen wir (ohne es zu bezahlen) eh nicht rein. Auch wenn die nette Dame sich dementsprechend schlau machen wollte, habe ich bisher noch kein Feedback zum Thema „Besuch im August“ bekommen. Aktuell steht mir auch der Sinn nicht mehr danach, dafür lief das am Sonntag einfach zu schlecht.

Statement zu Parkbesuchen in Corona-Zeiten

Das Risiko sich bei einem Parkbesuch das Corona-Virus einzufangen ist meiner Ansicht nach gegeben. Wie oben erwähnt hat man in Walibi und Toverland einfach mehr Platz und kann den anderen Besuchern aus dem Weg gehen. Zum Phantasialand habe ich wohl genug geschrieben.

Ist es verantwortungslos einen Freizeitpark aktuell zu besuchen? Bedingt, nach den Erfahrungen des 5. Julis würde ich sagen: ja.

Auf der anderen Seite finde ich jede Gang im Supermarkt als ebenso, wenn nicht riskanter, wenn sich mehrere Personen mit ihren Wagen aneinander vorbeischlängeln (besonders bei Aldi, wo die Gänge recht eng sind).