Abrüstung im Sinne des Datenschutzes (Teil II)

Die kleinen Wanzen: Alexa, Siri & Google Assistant

Alexa, wie cool. Du sagst was du willst und sie macht es (im Sinne von: „Mache das Licht an“, „Spiele ‚In the end‘ von ‚Linkin Park'“, „Erzähle einen Witz“). Ich muss zugeben, dass mir das Ganze schon beim Auspacken nicht geschmeckt hat. Wir hatten im Angebot zwei Echo Dots Gen1 erstanden. Es war ganz witzig, weil es auf Weihnachten zu ging und wir so die Lampen für den Weihnachtsbaum und generell die Beleuchtung auch im Garten per Stimme steuern konnten. Ganz wie bei Star Trek. Nur das vermutlich der Schiffscomputer der Enterprise nicht alle Daten sammelt und an die neugierigen Techniker der Sternenflotte oder nach Utopia Planitia sendet (ja, Jackpott, ich bin aus tiefsten Herzen Trekkie 😉 ). Mit der Zeit wurde Alexa immer tauber, hörte gar nicht mehr zu oder dachte etwas völlig anderes verstanden zu haben und führte unsinniges aus. Nach einigen Wochen war der Spuk vorbei und die Echo Dots liegen in der Schublade. Amazon war ungewöhnlich unkulant und wollte die beiden nicht zurück haben. Hmpf.

Mit unserem Assistenten „Siri“ haben wir uns beide nie so recht anfreunden können, aber wenn man Apple CarPlay gerne benutzt, ist dies leider eine Voraussetzung dafür. Immerhin ist Siri ja doof und behält alles für sich, oder? Ähm, nein. Nicht so ganz, auch Apple hat (ebenso wie Amazon) fröhlich mitgeschnorchelt, lässt es aber nun. Ein Trost ist das wirklich nicht, denn trotz reinhören ist Siri gefühlt keinen Deut besser geworden. Ich nutze sie maximal um einen Wecker zu stellen und auch nur, nachdem ich den Knopf an meiner Watch kurz gedrückt halte.

Der Google Assistant ist noch einmal ein anderes Kaliber. Die „Dame“ ist ziemlich pfiffig und kann auch sehr viel, wenn man den Preis (die eigenen Daten) dafür bereit ist zu zahlen. Das war ich eigentlich nicht, auf dem Pixel 3a lief sie allerdings im Hintergrund mit (wegen Android Auto damals). Google schenkte mit ein kleine weiße Wanze, weil ich genau im richtigen Monat mal YouTube Premium abonniert hatte. Nach 3 Tagen war der Assistant wieder abgebaut.

Ich glaube wir sind einfach die falsche Zielgruppe für Voice Assistenten.

Smart Home

Direkt an das Thema Voice Assistent schließt sich das Smart Home an. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir haben uns vor Jahren für IKEAs TRÅDFRI entschieden, was die Beleuchtung angeht. Im Gegensatz zu Philips Hue kann TRÅDFRI zwar nicht ganz mithalten, aber dafür kosten die Lampen und Co nur einen Bruchteil. Über die Jahre ist immer mehr dazugekommen, aktuell tummeln sich ca. 55 TRÅDFRI Gerätschaften im Haus plus Gateway.

Deren Steckdosen gibt es leider immer noch nicht im Deutschland (in den Niederlanden allerdings schon). Also schaute ich mich nach anderen Optionen um und wurde bei TP-Link fündig. Ich habe TP-Link schon öfter für verschiedene Zwecke eingesetzt, deren Switches sind günstig und dafür wirklich gut, die Wireless Router waren eine günstige Variante FREIFUNK im und um das Haus herum zu etablieren (mittlerweile ist dies aus diversen Gründen bei uns eingeschlafen und die Router sind ausgesteckt). Deren Steckdosen vom Typ HS100 und HS110 sind recht kleine und clevere Teile. Einige können sogar die aktuell verwendete Energie messen und eine Open Source Software bereitet das Ganze schön auf.

Leider sendet TP-Link die Daten an „KASA“, deren Cloud. Jetzt verrate mir doch mal einer, wieso ich in Taiwan auf einen Server zugreifen muss um bei mir den Fernseher und den BluRay Player einzuschalten? Eben! Weiß ich auch nicht. Damit stehen die TP-Link Steckdosen auf meiner Liste der gefährdeten Arten: sie werden ausgesteckt, resettet und dann privat verkauft. Ich habe noch einen Stapel 433MHz Steckdosen im Keller von der Marke Brennenstuhl, diese fungieren nun für die genannten Zwecke und funken nicht in irgendeine Cloud. Evtl. werden diese aber demnächst (sollte ich nach IKEA in die Niederlande kommen) durch TRÅDFRI Steckdosen ersetzt. Mal schauen!

Musik und Heimkino

Die letzten 8 Jahre haben wir eine 2.1 Soundbar von Panasonic am Fernseher angeschlossen. Das war prima, klang gut aber war leider nur virtual Surround Sound. Da wir gerne Kinofilme anschauen, war die Idee ein schönes Setup zu kaufen und wieder 8 Jahre oder mehr zu verwenden, welches diese Anforderungen erfüllt. Wir hatten vorher eine Sonos Play:1 in der Küche und eine Play:5 im Wohnzimmer. Vom Sound waren wir immer begeistert, die Steuerung per Handy war „ok“. Wir entschlossen uns dennoch zu Sonos Produkten zu greifen. Das war Anfang Januar, damals wussten wir nicht, auf welche schrägen Ideen Sonos in diesem Jahr so kommen würde, dann hätte unsere Entscheidung evtl. anders ausgesehen.

Sonos wird vermutlich einiges nach Hause funken, dazu werde ich aber meinen Freund und Kollegen John nochmal interviewen, der da sicher schon mitgesnifft hat.

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Beitragsfoto: Bence Boros via Unsplash.com